Was machst du, wenn das Leben ungemütlich ist?
Navigieren zwischen Komfort und Chaos
Was machst du, wenn das Leben ungemütlich ist/wird?
Ungemütlich, weil alles zu bequem und unlebendig ist und du frustriert bist?Oder ungemütlich, weil es zu viel ist. Zu unbequem, zu schnell, zu unsicher?
Beides ist ein Zeichen: Du stehst an der Schwelle zur Veränderung. Etwas in dir will wachsen. Etwas in dir muss eine Entscheidung treffen.
Doch wir haben oft das Gefühl, wir müssten immer lässig und kontrolliert wirken. Nichts darf uns aus der Bahn werfen. Unsere Emotionen sollten wir jederzeit im Griff haben.

Mein Leben fühlt sich gerade unbequem an. Grosse und kleine Entscheidungen überschlagen sich. Der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung streitet mit dem Bedürfnis nach Sicherheit.
Und meine erste Reaktion? Ich rüge mich selbst.
„Jetzt schon wieder zu weit aus der Komfortzone? Du solltest doch inzwischen wissen, dass dein Nervensystem Sicherheit braucht – und wie du das schaffst!“
Kennst du das?
Und gerade wenn es um wichtige Schritte in der Selbstentwicklung geht, verrät dich oft die Scham.
Sie taucht auf, weil Wachstum unsicher wirkt.
Sie flüstert: „Mit dir stimmt etwas nicht.“
Scham ist der Moment, in dem die meisten zurück in die Komfortzone fliehen.
Und kennst du den anderen Pol?
"Mein Leben ist immer das Gleiche. Ich halte mich an alle Regeln – und trotzdem bin ich frustriert.“
Was für ein Typ bist du? Wenn es sich in dir ungemütlich anfühlt und sich in dir Unsicherheit breitmacht:
Flüchtest du zurück in die Komfortzone?
Oder bist du der Rebell, der die ganze Welt auf den Kopf stellen will?
Das Gefühl von Unsicherheit kommt aus dem Nervensystem und sucht nach einer Lösung.
Die Lösung ist:
Innehalten.
Anhalten.
Anker aufrufen.
Dich selbst kennenlernen. Dir begegnen.
Deine Gewohnheiten und Sehnsüchte anschauen.
Deine inneren Kampf- oder Flucht-Dynamiken beobachten.
Und unterscheiden: Du bist nicht die Unsicherheit. Du erlebst sie.
Mit der Unsicherheit kommt oft Angst – gross oder fein.
Weil du an der Schwelle zur Veränderung stehst.
Weil eine Entscheidung ansteht.
Weil etwas in dir wachsen will – wenn es Raum bekommt.
In meiner Begegnung mit Menschen aus Afrika zeigt sich mir immer wieder der Riss:
der Spalt zwischen zwei Polen menschlicher Unsicherheit – und wie unterschiedlich wir damit umgehen.Und vor allem: wie unfassbar menschlich dieses Gefühl ist.
Ein Beispiel: Die berufliche Unsicherheit von Dembo Jobarteh, dem Musiker und Lehrer aus Gambia, der uns am African Cultural Day am 29. August die Kora unterrichtet: Er weiss bis heute nicht, ob ihm die Behörden die Einreise nach Europa bewilligen – obwohl er diese Reise schon seit Jahren macht.
Oder Migrant:innen hier, die kaum zur Ruhe kommen. Deren Daseinsberechtigung, Entscheidungen und Wertempfinden sich in ständiger Ungewissheit spiegeln.
Ich bin betroffen von den Entscheidungen, die diesen Menschen abverlangt werden:
Sich zwischen Tradition und Veränderung zu entscheiden –zwischen dem vertrauten Weg, der vielleicht erstarrt ist, aber Sicherheit vortäuscht,und dem Sprung ins Ungewisse, weil kein anderer Ausweg bleibt.
Da ist die Haltung, die sagt:„This is Africa“ – ein Schulterzucken, ein Verharren im Gewohnten, als wäre Stillstand die einzige Würde.
Und da ist die andere Seite:
Lebensbedrohliche Risiken eingehen – weil die Umstände keine Wahl lassen.
Wo sie dabei ihren Anker finden, berührt mich jedes Mal.Häufig erlebe ich ihre demütige Haltung oder letzte Hoffnung:„Gott wird schon schauen.“
Zwei Extreme. Zwei Reaktionen auf dieselbe Unsicherheit. Und dazwischen? Der Spalt.
Und genau in diesem Spalt liegt die Lösung.
Wir hier haben mehr Wahlfreiheit. Wir dürfen uns entscheiden:
Komfortzone oder Wandel – oder sogar beides.
Wir können dem Spalt Raum geben.
Echte Veränderung braucht kein „Entweder-oder“.
Und wir dürfen uns sicher im Wandel bewegen –mitgestalten, wie es uns dabei geht,und jederzeit zurückkehren.
Entscheidest du dich für Wandel und Mut zum Wachstum, musst du dein Gefühl von Sicherheit nicht aufgeben.
Entscheidungen treffen ist nie nur privat.
Sie wirken immer auch auf andere.Auch die Entscheidung, beim Alten zu bleiben, obwohl es nicht mehr zeitgemäss ist.
In Veränderung braucht das Nervensystem sichere Anker:
Innehalten.
Finde einen gesunden Anker, bei dem du immer wieder Sicherheit spürst. So kannst du dein Nervensystem grounden und dich sicher ins Neue begleiten, ohne in alte Muster zurückzufallen.
Anker können sein: Musik, ein Instrument, Kochen, gute Gespräche, Laufen, Körperübungen, etc.
Doch verwechsle nicht, der Anker ist nicht die Lösung, sondern die Brücke zum Neuen ;-).
Dann pendle:
- Reinfühlen in den neuen Raum, der sich hinter der Unsicherheit auftut.- zurück zum Anker. So dehnst du deine Kapazität aus und kannst Veränderung neugierig einladen.
Und wenn du gerade selbst Anker für jemanden sein darfst? Wenn du in gut reguliertem Selbstkontakt bist und diesen halten kannst – dann gibst du anderen Halt für Wachstum- der für dich bedingungslos sein sollte.
Fragen an dich:
Was möchte sich bei dir verändern?
Welchem Wachstum möchtest du Raum geben?
Was ist gerade dein sicherer Anker?
In der NARM-Therapie und Kunsttherapie Tanz und Bewegung können wir gemeinsam Ressourcen schöpfen – damit Veränderung wachsen kann.
Und in Zusammenhang meiner nächsten Reise nach The Gambia werde ich dieser Frage nachgehen:Was bewirkt es bei Menschen, die in Armut leben, wenn sie trotz äusserer Unsicherheiten ihr Sicherheitsempfinden stärken können?
Vielleicht möchtest du über eines meiner Angebote Teil dieser Forschungsreise werden.
Und nun zu meinen Angeboten:
2. Therapie & Coaching – vor Ort und online
Einzelsitzungen sind vor Ort in Saland möglich und online möglich. NARM und Tanz- und Bewegungstherapie, um deinen Entwicklungsthemen zu begegnen.
3. Online Gruppe - Meditation & Tanz Angebot
Meine Online-Gruppen geben Dir die Möglichkeit, von zu Hause aus gemeinsam in Tanz und Meditation einzutauchen. Schreib mir, wenn Du dabei sein willst.
4. Events 26 und Reisen 27
Gambia
Auch für 2027 sind wieder Reisen nach Gambia geplant.Sie laden dich ein, über Kunst, westafrikanische Kultur und Begegnungen mit den Menschen mehr über dich selbst zu erfahren.
Kora-Wochen (25. Januar – 31. Januar / 31. Januar - 6. Februar 2027)
Art Camp (ca. 8.–14. März 2027)
Kultur-Musik-Woche mit Balafon, Perskussion, Kora, Tanzen, Singen (31. Januar - 6. Februar 2027
Neuro-Embodiment & Kontemplationsreise
In der Ramadan-Zeit (13.–19./21. Februar 2027) findet eine spezielle Reise statt:Tanztherapie, Reflexion und Sharing Circle in The Gambia.
Weitere geplante Angebote
Korbflechtkurs
Circle Singing & traditionelle Lieder
Bei Interesse einfach nachfragen!www.moving-lightness.com/reisen
Schweiz:
In zwei Wochen!
- African Cultural Day: 29. August in Saland/ Tösstal
Begegne der westafrikanischen Kultur über Workshops zur afrikanischen Stegharfe und Perkussion, bei Konzert und Singkreis. Eine Heilzeremonie mit Biljana lädt Dich ein, dem Frieden zu begegnen – für das Fremde in uns und um uns.
Reserviere Deinen Platz im Workshop und bestell das Essen vorab. Wir freuen uns auf Deine Teilnahme. www.moving-lightness.com/african-day
- Njamy Sitson Vocal Workshop und Konzert: 3.-4. Oktober 26/ Klangwald Bazenheid
Erforsche die Tiefe und Vielfalt Deiner Stimme über zentralafrikanischen, polyphonen, polyrhythmischen Gesang mit Njamy aus Kamerun. Klangreisen, Improvisationen, Vertiefung in alte heilende Lieder, Bewegung – ein Wochenende der Entfaltung und authentischen Begegnung. Und am Abend das Konzert geniessen.
5. Empfehlung
Einen spannenden Lesebeitrag von KAPISH DUTTA - what the machine-age manual taught us about being human.



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